12-2017 Chabo - Ein Huhn für Experten?

In den späten Wintermonaten, die Schausaison ist noch im vollen Gange, beginnen die Züchter, erste Überlegungen anzustellen, welchen Tiere im nächsten Jahr in die Zucht gehen sollen. Tiere, die in diesen Überlegungen nicht vorgesehen sind, werden an andere Züchter abgegeben oder finden bei Liebhabern einen Abnehmer.

Dies ist bekannt und so häufen sich derzeit die Anfragen nach Chabo, besonders auch, für die Haltung im Garten. Damit verbunden sind oft Fragen nach der Haltung und Fütterung der Zwerge. Was auffällt ist, dass dem Chabo der Ruf des etwas speziellen und schwierigen Zwerghuhns vorauseilt. Ich kann dazu nur entschieden sagen: Das ist falsch!

Doch woher rühren diese Vorurteile?

In meiner Jugend schon, gab es ähnliche Vorbehalte. Nicht jeder „Experte“ riet zu freiem Auslauf, es wurden Tiere in abgedunkelten Räumen unter Wärmelampen gehalten und überhaupt sei alles furchtbar kompliziert und nichts für einen Anfänger. Selbst in einer aktuellen Ausgabe eines Geflügelmagazins in Ausland, war noch von dieser Einstellung zu lesen.

Aus meiner persönlichen, und fast lebenslangen Erfahrung kann ich dazu nur sagen: „Alles Quatsch“.

Ein Chabo hatte in den Anfängen keinen hohen Nutzwert, was Fleisch- und Eierproduktion angeht und auch heute ist dies nicht die primäre Aufgabe dieser Rasse. Allerdings wurde um diese Rasse ein gewisses Mysterium aufgebaut – vermutlich mit der Absicht, sie für einen elitären Kreis zu erhalten, denn ein Huhn ohne offensichtlichen Nutzwert, muss man sich schließlich „leisten“ können.

Die Haltung von Chabo ist denkbar unkompliziert. Der Platzbedarf ist überschaubar, sie sind sehr genügsam und suchen sich einen großen Teil ihres Futterbedarfs selbst, wenn man ausreichend Auslauf anbietet oder anbieten kann. Oft gibt es Bedenken, die großen Kämme der Hähne könnten bei Frost Schaden nehmen oder der Stall müsste im Winter beheizt werden. Letzteres ist sicher nicht erforderlich, denn Chabo sind ausgesprochen winterhart. Bei den Kämmen ist allerdings tatsächlich zu beachten, dass die Luftfeuchtigkeit im Stall nicht zu hoch ist. Die Luftzufuhr im Stall ist auch im Winter notwendig. Entsprechend sollten Fenster auch bei Frost geöffnet sein, denn feuchte Kälte richtet schneller Schaden an, als ein paar Minusgrade. Wenn es tatsächlich mal ganz arg wird, hilft es, die Kämme der Hähne mit durchblutungsfördernder Salbe oder Vaseline einzureiben.

Ebenfalls ist die Vermehrung von Chabo keine Wissenschaft. Beschneidung des Aftergefieders oder gar des ganzen Schwanzes, ist nicht erforderlich, wie in einigen Internetforen zu lesen ist. Zudem legen asiatische Hühner, wie eben auch Chabo, unabhängig von der Jahreszeit, Eier und der Bruttrieb der Hennen ist sehr ausgeprägt.

Neben der Schönheit der Chabo, ist der „Nutzwert“ durchaus vorhanden, denn eine kleine Herde Chabo stellt den Eierbedarf einer Familie durchaus zuverlässig sicher und wer denn mag, kann überzählige Chabo auch in der Küche verwenden.

Scheuen Sie also nicht, wenn Sie von den Chabo fasziniert sind und sprechen Sie uns an. Wir sind gerne behilflich.

Udo Ahrens

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