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Die Schönheit der Chabos

die_schnheit_der_chabo.jpg

 

Folge 19

Chabo silberhalsig

Es war Liebe auf den ersten Blick als ich mit ungefähr elf Jahren das erste Mal Bilder von Chabo zu Gesicht und kurz darauf von meinen Eltern meine ersten Tiere (Butschi) bekam. Mit Begeisterung fing ich an zu züchten. Als etwas später auch noch einige Italiener-Zwerge den Weg in meine Volieren fanden, erwachte in mir der Wunsch, auch goldhalsige und silberhalsige Chabo zu halten - dies noch umso mehr als bereits damals Aquarelle mit Chabo zirkulierten, auf denen in Anlehnung an andere europäische Rassen diese Farben ganz einfach auf Chabo übertragen worden waren. Entsprechende Tiere gab es allerdings (zumindest in der Schweiz) nirgends und alle gestandenen Züchter rieten mir von meinen “Träumen” mit der Begründung ab, diese Farben seien im Erbgut der Chabo schlicht nicht vorhanden und deshalb ohne Einkreuzung anderer Rassen unmöglich zu erreichen. “Fremdanleihen” kamen für mich aber nicht in Frage. Die Lektüre von Büchern über Vererbungslehre ermutigte mich schließlich aber doch zu Experimenten innerhalb der Chabo-Familie selber. Verschiedene Kreuzungen in Verbindung mit exakter Fallnestkontrolle ergaben denn auch rasch viel versprechende Resultate. Dabei kam mir die Farbtafel über sieben verschiedene Abstufungen der Wildfarbe bei Küken im Buch “Vererbung bei Hühnern und Tauben” von Friedrich Regenstein (Oertl + Spörer/1970) sehr zu Hilfe. Genaue Abstammungs-Kontrolle jedes Kükens und die minutiös festgehaltene Farbintensität seines Kükenflaums halfen mir dann jeweils, die erfolgversprechendste Zusammensetzung der neuen Zuchtstämme zu finden. Gerade als ich sowohl in gold- wie auch in silberhalsig (die beiden Farben entsprechen sich ja und sind genetisch nur gerade durch den Silberfaktor auf dem Geschlechts-Chromosom unterschiedlich) erste recht ansehnliche Tiere gezogen hatte, musste ich aus beruflichen Gründen meine gesamte Zucht aufgeben. Leider hat sich damals niemand der Weiterzüchtung meiner Tiere angenommen und so ging das bereits Erreichte wieder verloren. Der Wunsch nach gold- und silberhalsigen Chabo aber blieb. Als ich nach fast drei Jahrzehnten die Chabo-Zucht schließlich wieder aufnahm, durfte ich erfreut feststellen, dass sich mittlerweile auch andere Züchter mit Erfolg der Erzüchtung dieser Farbenschläge angenommen hatten und vor allem M. Bartl auch einige asiatische Tiere eingeführt hatte, die dem Zuchtziel bereits recht nahe kamen. Wie aber sieht nun dieses Zuchtziel für Silberhalsige Chabo aus?
HAHN: Kopf silberweiss; Hals silberweiss mit schwärzlichen bis graumelierten Schaftstrichen, Sattel silberweiß mit schwachen Schaftstrichen oder ohne Schaftstriche; Flügeldecken und Rücken weiß; Handschwingen schwarz mit weißem Außenrand; Armschwingen-Innenfahne schwarz, Außenfahne weiß (Flügeldreieck); Brust, Bauch und Schenkel schwarz; Flügelbinden und Schwanz schwarz mit Grünglanz.
HENNE: Kopf und Halsgefieder silberweiß mit schwarzen Schaftstrichen; Mantelgefieder silbergrau mit schwarzer Rieselung und weißer Nervzeichnung; Brust lachsfarbig; Schenkel, Bauch und Schwanz grau.
Soweit das Zuchtziel für Silberhalsige, das nun allerdings bei den Chabo noch nicht in der Perfektion der europäischen Rassen erreicht ist. Insbesondere die bei den Hennen häufig noch viel zu helle Lachsbrust, aber auch das oft noch viel zu stark bräunliche Mantelgefieder lassen noch gewichtige Wünsche offen. Dabei kommt allerdings gerade auch dem Hahn eine Schlüsselrolle zu, denn je reiner schwarz seine Brust gefärbt ist und je deutlicher die feinen schwarzen Schaftstriche im Halskragen vorhanden sind, desto intensiver fällt bei den Hennen die Lachsfarbe der Brust aus und wird der bräunliche Unterton im gesamten Gefieder verdrängt - wogegen von einem Hahn mit einer stark weiß durchzogenen/gezeichneten Brust auch vorwiegend hell- bis fast weißbrüstige Hennen fallen. Das erklärt sich dadurch, dass die Lachsfarbe genetisch eine Verdünntfarbe von Schwarz darstellt.
Noch ist der Weg hin zu einer farblichen Festigung der gewünschten Zeichnung nicht zu Ende beschritten. Der Aufwand und der Einsatz der derzeit leider noch sehr wenigen Züchter lohnen sich aber bestimmt, denn die farblich kontrastreichen Gegensätze (insbesondere bei den Hennen) sind äußerst attraktiv. Für den Zeitpunkt, in dem Zeichnung und Farbe ausreichend gefestigt sein werden, darf diesem Farbenschlag deshalb schon heute ein großer Liebhaberkreis vorausgesagt werden.

Beat-Stefan Suter

 

1,0  silberhalsig

 


 
0,1 silberhalsig

Züchter:  M. Bartl / Fotos: K. Schlüter

 

 

Folge 18

Sakura-Goishi  - gelb mit weißen Tupfen               

Es sind wohl die schönsten Exoten in der Chabofamilie. Sakura heißt übersetzt Kirschblüte und führt die Fantasie schon damit zu etwas Außergewöhnlichen. Es sind Maruha-Chabo. Diese gehören also zu den rundfiedrigen oder hennenfiedrigen Varietäten. Sie haben ihren Ursprung in Japan. Zu deren Entstehung und auch dem Zeitpunkt des Erscheinens ist allerdings nichts überliefert.

In Europa gibt es vereinzelt Tiere und man ist bemüht die Zuchtbasis zu verbreitern. Dies kann auch gelingen, weil ein Austausch unter den Züchtern erfolgt. Dazu besteht wegen der engen Linie auch ausreichend Anlass, denn die Vermehrungsrate ist doch noch sehr niedrig. Mit anderen Worten: Die Züchter müssen eine Portion Geduld mitbringen. Der Körberbau ist, gegenüber den normalen Chabo, etwas kleiner. Durch die etwas geöffnete Anordnung der Schwanzfedern wirken die Hähne besonders reizend, wenn man so will auch besonders anziehend.

Jede Feder soll am Ende einen möglichst runden, weißen Tupfen haben. Dies gelingt z. Zt. bei den Hennen einigermaßen. Bei den Hähnen noch nicht. Wenn dies vereinzelt zutrifft, dann ist es wie mit einem „Kronjuwel“, was der Kenner zu schätzen weiß. Im Ursprungsland macht man keinen Unterschied zwischen den gelben und rotbraunen Farben. Wie es eben auch bei den Kirschblüten hellere und dunklere Farbtöne gibt. Der Typ, eine gleichmäßige Farbverbreitung und eine gute Tupfenverteilung stehen im Vordergrund. Daran können wir uns auch orientieren, wenn es einmal zur Anerkennung im Standard kommt. Noch ist dazu keine Eile geboten, denn es muss zunächst ein reproduzierbarer Farbenschlag werden und  eine ausreichende Verbreitung gewährleistet sein.

Erich Bachinger

 

 1,0 gelb,  Züchter K. Michel / 1,0 gelb, Züchter M. Bartl (v.l.)  (Farbunterschied wie bei den Kirschblüten)

 0,1 rot (in Errmangelung eines  Fotos gelb) Züchter K. Michel

Fotos Karl Schlüter

 

Folge 17

Chabo Schwarz mit weißen Tupfen

Seit Jahren ist der Farbenschlag schwarz mit weißen Tupfen unter den Züchtern am stärksten verbreitet. Deshalb stellt dieser Farbenschlag auch auf Groß- oder Sonderschauen immer das größte Kontingent an Tieren. Warum ist das eigentlich so?  – denn ein einfach zu züchtender Farbenschlag sind die Schwarzen mit weißen Tupfen sicherlich nicht.

Ich beschäftige mich jetzt schon seit über 20 Jahren mit dieser Farbe und stelle fest, meine Nachzucht fällt nicht jedes Jahr überein aus. Obwohl ich bei der Zusammenstellung der Zuchtstämme darauf achte, dass keine Tiere mit größeren Fehlern in die Zucht kommen, staune ich immer wieder über die Ergebnisse.

Im Gesamtbild muss der satte, schwarze Farbton mit Grünlack vorherrschen. Das Ideal wäre auf jeder Feder ein gut abgesetzter weißer Endtupfen. Die Bindenzeichnung ist nicht so ausgeprägt, wie bei anderen Rassen in diesem Farbenschlag. Wenn auch der Hahn das Zeichnungsbild der Hennen nicht erreicht, sollte er aber im Sattel und Halsbehang (Schmuckgefieder) unbedingt Zeichnung zeigen.

 

Tiere mit guter und gleichmäßiger Tupfenbildung neigen immer wieder zu nicht durchgefärbten Steuerfedern und Handschwingen. Zum Teil sind dann auch die Köpfe schon zu weiß. Hier liegt sicherlich die größte Schwierigkeit dieses Farbenschlages. In die Zucht müssen aus diesem Grund Tiere eingestellt werden, die in diesen Federpartien komplett durchgefärbt sind, die aber bedingt dadurch eine weniger gleichmäßige Tupfung aufweisen.

Verbreitet haben sich auch vielerorts Hähne mit sichtbarem Schilf in den Schwertern. Diese Tiere können nicht mehr mit der Note „sg“ bewertet werden, weil diese für die Zucht unbrauchbar sind.

Weiße Federn in den Handschwingen werden toleriert, wenn sie von außen nicht sichtbar sind.

Ob Hahn oder Henne, die Tupfen sollen klar und abgegrenzt sein -  eine Säumung der schwarzen Federn reicht nicht aus.

Nur wenige Tiere halten ihr Zeichnungsbild auch im zweiten Jahr. Diese Tiere sind sicherlich für die Nachzucht wertvoll. Die meisten Tiere hellen von Jahr zu Jahr deutlich auf, weshalb Alttiere selten in den Schauen gezeigt werden. Bei den Schwarzen mit weißen Tupfen werden orangerote Augen und gelbe Läufe gefordert – alles andere gibt Punktabzüge.

Heinz-Hermann Huhs

 

1,0 Züchter: ZG Meyer

 0,1 Züchter: H.H. Huhs

1,0 gelockt,  Züchter: H. Walbrecht

0,1 gelockt, Züchter: H. Walbrecht

Fotos: Karl Schlüter

 

Folge 16

Chabo – silberfarbig-gebändert

Ein nicht oft zu sehender Farbenschlag. Es gibt nur ganz wenige Zuchten in Deutschland. Diesen Farbenschlag hat es nach alten Überlieferungen wohl vor dem Krieg schon mal gegeben, konnte jedoch nicht über die schlimme Zeit hinweg gerettet werden.

Somit war dieser Farbenschlag für viele Jahre verschwunden. Irgendwann sind dann durch Zufall oder gezielte Zuchtversuche wieder einige Tiere zu sehen gewesen. Bei mir sind vor vielen Jahren einmal zwei Hennen aus rebhuhnfarbig-gebändert gefallen, die ich schon lange Jahre züchte. Mich hat es gereizt, diese Farbe vielleicht wieder aufleben zu lassen. Ich machte Versuche über Siro und auch mit überzeichneten Schwarz-silber, was aber beides nicht viel brachte. Da ich auch den  Farbenschlag Silber-weizenfarbig züchte, wo auch immer mal Hähne fallen, die fast weiß im Hals- und Rückenbereich sind. Ein solcher Hahn mit Schaftstrichzeichnung kam zum Einsatz und brachte sofort Erfolg bei den Hennen. Hähne, die dann im Rücken sauber, sprich: ohne Braunanteil fallen, sind recht selten. Hier wird mal wohl noch einige Zeit zu kämpfen haben. Hennen in guter Farbe bekommt man recht schnell hin, jedoch die Hähne sind eine Herausforderung. Bei diesem schönen Farbenschlag kann man nur mit Geduld weiter kommen. Für einen Anfänger oder Preisjäger wohl eher nicht geeignet.

Von den wenige Zuchten, die es gibt, kann meistens der eine vom anderen nichts gebrauchen, um besser voran zu kommen. Die Linien sind augenscheinlich zu unterschiedlich. Bei der einen Zucht sehr chabohafte Typen und keine richtige Farbe, bei der anderen die bessere Farbe, aber an den Typen muss noch gearbeitet werden. Diese Farbe ist noch ein wenig schwerer zu züchten als rebhuhnfarbig-gebändert.

Was bei Rebhuhnfarbigen an Fehlfarben fällt, verhält sich bei den Silberfarbigen ähnlich. Silberfarbig-gebändert – eine Herausforderung an den Züchter. Belohnt wird man mit wenigen Tieren in einem wunderschönen Farbspiel, was halt den Reiz ausmacht, diesen Farbenschlag zu züchten und weiter zur Perfektion zu bringen.

K.-H- Ewers

 

1,0  Züchter: W. Balkhaus

 0,1 Züchter: K.H. Ewers

 0,1 seidenfiedrich, Z: H. Walbrecht

Fotos: Karl Schlüter

In Folge 17 stellt H.H. Huhs Chabo schwarz mit weißen Tupfen vor

 

Folge 15

Chabo perlgrau

Wie ein Schleier liegt dieses zarte „perlgrau“ über dem Gefieder. Es ist eigentlich ein mattes, helles Blau und wunderhübsch in seiner gleichmässigen Tönung. Damit ist schon gesagt, dass jegliche Säumung nicht toleriert wird. Die Farbe Perlgrau ist keine alte Gefiederfarbe aus Japan sondern Dr. Reinold aus der Schweiz hat sie in den dreissiger Jahren herausgezüchtet. Die Farbe ist reinerbig. Trotzdem treten hellere und dunklere Gefiederfärbungen auf. Um das helle und das dunkle Blau (Andalusierblau mit Säumung) auch sprachlich zu trennen, wurden die hellen blauen in Perlgrau umbenannt.

 

Die Schwierigkeiten in der Zucht liegen bei der Gefiederstruktur. Mit der verdünnten Farbe geht auch eine weniger straffe Gefiederstruktur einher. Aufgelöste haarartige Federn im Mantel- und Seitengefieder, schlechte Ausbildung der Federfahnen in den Handschwingen und bei den Hähnen zu dunkle Halsbehänge sind hauptsächlich zu erwähnen. Haben die Tiere eher ein dunkles Perlgrau wird auch die Lauffarbe zum Problem indem sie grau wird statt gelb mit dunklem Anflug. Trotzdem müssen in der Zucht auch dunklere Tiere eingesetzt werden, um das schöne mittlere Perlgrau zu festigen.

Von ihrem Wesen her werden die Perlgrauen rasch zutraulich und kommen sofort gelaufen und erbetteln sich gerne einen Leckerbissen. Wer Liebhaber von zarten Farben ist, für den sind Perlgraue goldrichtig!

Den Züchterkreis wünschte ich mir noch grösser, um nicht nur Tiere sondern auch Wissen und gemachte Erfahrungen austauschen zu können.

Beatrice Gloor

 

 1,0 glatt

 0,1 glatt

1,0 seidenfiedrich

 

Züchterin und Fotos Beatrice Gloor


  Folge 14

Chabo weiß

 

Weiße Chabo verkörpern mittlerweile einen der klassischsten und ältesten Farbenschläge der Chabo- Populationen. Wahre Raritäten. Doch leider sind sie nur noch sehr selten auf den Schauen und generell in den Zuchtanlagen der Züchter auf der ganzen Welt vertreten. Schreckt es vielleicht viele Züchter ab weiße Chabo zu züchten, weil das Gefieder reinweiß sein soll? Der Pflegeaufwand ist klar größer als bei anderen Farbenschlägen aber die weißen sind es  Wert, in Ihrer Reinheit weiter verbreitet und gezüchtet zu werden.  Es handelt sich dabei um eine Art von Huhn die einem jeden Tag durch den Anblick für die ganze Arbeit und Mühe entlohnt.  

Wenn im Frühjahr die gutmütigen Glucken die weißgelben besonders zierlich wirkenden Küken aufziehen und die schneeweißen Tiere im Garten auf dem frischgrünen Rasen ihr Leben genießen, dann wird das Züchterherz erfreut und macht Mut die doch oft etwas stressige Ausstellungsphase anzugehen.

Im Herbst des vorherigen Jahres stellt man voller Enthusiasmus Zuchtstämme mit  jahrelanger Erfahrung und gutgemeinten Tipps von anderen Züchtern die Elterntiere so zusammen, dass man eigentlich sehr beruhigt auf die Ausstellungstiere des nächsten Jahres warten könnte. Dennoch macht es Mutternatur einem nie leicht. Leider ist es durch Artstandards nie möglich alle Küken, über die man sich so freut, zu behalten. Auch die anhand des Standards erwählte Elite, die man zur Ausstellung einsetzen will, kann durch den hohen Arbeitsaufwand, wie z.B. durch das gründliche Waschen und Schaufertig machen einem den Ehrgeiz etwas dämpfen.

 

Die kleinen weißen Japaner im Hühnerstall sind einfach liebenswert. Die Züchterfreude die einen packt, wenn die schönen Weißen durch das bunte Herbstlaub laufen macht alles wieder wett und ermuntert einen immer wieder aufs Neue die auch oft besonders pflegebedürftigen Tiere weiterzuzüchten und das seltene noch verbliebene Erbgut so lang es geht noch der Chabo- Diversität zu zufügen.

Anna-Lena Mügge

 

1,0 Züchter:Tobias Böhm

0,1 Züchter: Stefan Raindl

1,0 gelockt, Züchter: Heiko Ahrens

0,1 gelockt, Züchter: Tobias Lütkehellweg

 

1,0 seidenfiedrich Züchter: ZG Lütkehellweg

 

0,1 seidenfiedrich, Züchter: ZG Lütkehellweg

Fotos: Karl Schlüter


Folge 13


Chabo  goldhalsig

Von den dreiundzwanzig Farbschlägen, die es bei den Chabo gibt (im Standard anerkannt), gehören die Goldhalsigen ohne Zweifel mit zu den seltenen Farbschlägen dieser Rasse.

Der erste Sichtkontakt mit dieser Farbvariante löste bei mir eine Faszination aus, die mich bis heute nicht loslässt. Die Zucht dieses Farbschlages erwies sich jedoch als nicht ganz einfach, weshalb einige Hinweise angebracht sind.

Die Färbung der Küken soll der den rebhuhnhalsigen Italienerküken sehr ähneln. Die einzelnen Farbpartien im Kükenflaum sollten möglichst rein und kontrastreich voneinander getrennt sein. Nach diesem Prinzip kann man schon im Kükenstall etwas selektieren.

Das Hauptaugenmerk in der Zucht der goldhalsigen Chabo gilt der Grundfarbe. Diese soll eben „goldfarbig“ und nicht goldgelb oder goldrot sein. Zu helle Färbung führt im Mantelgefieder meist zu einer recht breiten Säumung bei der Henne und einer braun durchsetzten Brustfarbe beim Hahn. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rieselung im Hennengefieder. Eine Rieslung wie bei den Italienern ist ohnehin ein Traum. Obwohl bei den Chabo die Rieslung deutlich grober ist, bleibt die Forderung auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung am ganzen Körper ein erstrebenswertes Ziel. Nicht erwünscht ist eine Bänderung. Zu viel Rot auf den Flügeldecken stört den Anblick ebenso und ist auch nicht ganz einfach zu verdrängen.

 

Es ist eine wenig verbreiteter Farbenschlag und deshalb sehr selten bei Ausstellungen, auch bei Sonderschauen zu sehen. Schade, denn es ist eine sehr attraktive Erscheinung. Dafür werden einfach Züchter gesucht, um die Zuchtbasis zu verbreitern.

Manfred Kraft   

 

 

1,0  aus jap. Foto Buch

 

0,1   Züchter: H. Schäffer  

Fotos K. Schlüter                                                                                                        

 

Folge 12

Chabo weiß mit blauem Schwanz

Die unvergleichbare Eleganz dieser Farbkombination lässt jedes Züchterherz höher schlagen. Der Farbübergang vom Weißen ins Blaue ist ebenso beeindruckend, wie bei den Chabos Weiß mit schwarzem Schwanz, nur noch eine Idee eleganter.

Auch die Zucht ist entschieden schwieriger. Um eine gleichmäßige blaue Farbe in dem Schwanzgefieder zu erhalten, benötigt man viel Geduld, da bei manchen Tieren die Farbe ins Hellblaue bzw. in ein dunkles Blaugrau übergeht. Diese Thematik hat schon Diskussionen über das „perfekte Blau“ hervorgerufen. Außerdem ist es möglich, dass bei den hellen Tieren vermehrt Schilf auftritt und wiederum bei den dunklen Tieren können mitunter schwarze Schwanzfedern zum Vorschein kommen.

Eine gewisse Überraschung erwartet den Züchter bei dem Nachwuchs im Hinblick auf die zukünftige Farbe der Schwanzfedern. Nach etwa zwei bis drei Wochen muss man dann leider feststellen, dass der Großteil der Kücken einen schwarzen Schwanz hat. Dies bringt allerdings keinen Nachteil für die zukünftigen Zuchttiere. Man sollte beachten, dass diese „dunkleren“ Tiere ausschließlich für die Nachzucht von blauschwänzigen Chabos geeignet sind, da eine Einkreuzung mit „Siros“(weiß mit schw. Schwanz) zu einer unvermeidlichen Aufhellung der Schwanzfedern führt.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Züchter eine hohe Anzahl an Nachwuchs einplanen muss, um auf einer Ausstellung eine vorzeigbare Kollektion bieten zu können.

Christian&Franziska Bundschuh

 

 

 1,0 gelockt,  Z.:  Chr.&Fr. Bundschuh

 0,1 gelockt,  Z.: Chr.&Fr. Bundschuh

 1,0 , Z.: Chr.&Fr. Bundschuh

0,1 , Z.: Chr.& Fr. Bundschuh

Fotos. Chr.&Fr. Bundschuh, K. Schlüter


Folge 11

Chabo schwarz mit dunklem Kamm und Gesicht

Die Shinkuro, wie sie in Japan genannt werden,  sind die „Urtiere“ des schwarzen Farbenschlags und hatten dennoch immer nur einen kleinen Züchterkreis. Sie galten mit ihren schwarzen Kämmen und dunklen Augen als mystisch und unheimlich, und waren eben deshalb nicht sehr beliebt. Es ist einfach eine Geschmacksfrage.

In der heutigen Wirklichkeit hat sich dieses Meinungsbild grundlegend geändert. Man hat erkannt, dass sie unter den vielen Farbenschlägen die wahren schwarzen Edelsteine der Chabofamilie sind. Aus der Fachliteratur ist leider nicht ersichtlich, wann die ersten Pechschwarzen nach Deutschland eingeführt wurden. Auf der Lipsia Geflügelschau in Leipzig im Jahr 1925 waren sie zu bestaunen. Ein Züchterehepaar, welches sich um den Farbenschlag verdient gemacht hat, war Heinrich Sigmund und dessen Frau aus Ostpreußen. Sie retteten die Tiere über den zweiten Weltkrieg und wohnten zuletzt in Heidelberg. Danach wurde es still um die Pechschwarzen,

Im Jahr 2002 gelangte ein schwarzer maulbeerfarbiger Hahn mit besten dunklen Erbanlagen aus der Zucht von Prof. Dr. Chongulia / Thailand nach Deutschland. Mit diesem Hahn konnte eine erfolgreiche Rückzucht mit schwarzen Hennen aus dunklen Blutlinien gestartet werden. Bei diesem Farbenschlag haben wir zwei Farbnuancen in der Kammfarbe. Tiere, die blaurote Kämme und Kehllappen haben (maulbeerfarbig), und Tiere, die pechschwarze Kämme haben und später auch die Farbe behalten. In der gültigen Musterbeschreibung wird nicht darauf eingegangen, weil vermutlich Erfahrungswerte dazu fehlen. Die Augenfarbe ist hell- bis dunkel- kastanienbraun, die Lauf- und Sohlenfarbe ist schwarz. Man ist kein Sonderling, wenn man solche Chabo züchtet, eher ein wählerischer Züchter.

Ist der Farbenschlag richtig durchgezüchtet, dann ist die Haut der Tiere olivfarbig, die Adern schwarz und die inneren Organe bis auf die Leber sind dunkel. In Asien hat das dunkle Geflügelfleisch einen hohen Genusswert.

Heinz Hanebuth

 

1,0  Z.:. H. Hanebuth

0,1  Z.:  K.H. Ewers

1,3   Z.: K.H. Ewers

1,0 Kopfstudie,  Z.:  H. Hanebuth

0,1 Kopfstudie, Z.: H.Hanebuth

Fußstudie

Fotos H. Hanebuth u. K. Schlüter

 

Folge 10

Chabo  gelb mit schwarzem Schwanz

Dieser Farbenschlag gehört mit zu den ältesten Farben und ist wohl in Anlehnung zu den Weißen mit schwarzem Schwanz entstanden. Wohltuend und immer wieder reizvoll anzuschauen, jedoch nie ganz perfekt, sind die Tiere. Vermutlich auch deshalb, weil kleine Farbnuancen den Unterschied im Empfinden des Betrachters ausmachen. In erster Linie soll das Gefieder gleichmäßig gelb sein. Dabei ist der Hahn in seinem Erscheinungsbild etwas dunkler als die Henne. Vor allem ist es kein helles Gelb wie es bei verzwergten Rassen zu finden ist. Im Kontrast steht die schwarze Schwanzfarbe. Für die Zucht sind die ganz schwarz durchgefärbten Schwanzfedern  zu bevorzugen, obwohl bei den Haupt- und Nebensicheln eine schmale gelbe Säumung gewünscht ist. Man beugt damit der Aufhellung in der Schwanzfarbe vor.

Nun ein Wort zur Farbempfindlichkeit. Hier blicke ich auf 40 Jahre Erfahrung zurück. Meine Tiere werden im Freien aufgezogen und auch das Jahr über gehalten. Hier ist mit dem Angebot von ausreichend Schatten, der gleichzeitig ein Schutz vor Greifvögel ist, eine ausreichende Vorkehrung gegeben.

Schön sind die Tiere besonders dann, wenn durch eine angemessene Kleinheit (1,0 =600g und 0,1 = 500g) der Typ der Chabo unterstrichen wird. Je nach dem gebotenen Ambiente sind diese Chabo die „Goldtupfen“ im Garten. Dabei macht es keinen Unterschied ob es eine große Herde oder ein kleiner Stamm ist. Es muss eben die Umgebung dazu passen.

Klaus Aurich

 

 

1,0 Züchter: D. Niemeier                           

0,1 Züchter: ZG. Lütkehellweg

 

1,0 gelockt, Züchter: ZG. Meyer

 

0,1 gelockt, Züchter: G. Meyer

 

0,1 seidenfiedrich, Züchter:  M. Marahrens

Foitos: Karl Schlüter                                                                  

 

Folge 9

 

Goishis, hennenfiedrige Maruha-Chabo

 

Maruha ist der Sammelbegriff für alle rundfiedrigen oder hennenfiedrigen Chabo.

In Japan müssen alle getupften Chabo hennenfiedrig sein, d.h.,  der Hahn hat hier die Federstruktur der Henne ohne verlängerte und spitze Federn im Hals- und Sattelbehang, ohne verlängerte Hauptsteuerfedern und ohne spitze  Nebensicheln. Grund dafür ist, dass sich nur auf einer runden Feder ein vollendeter Tupfen zeigen kann. Goishi sind daher unübertroffen in ihrem Zeichnungsbild zu den normalfiedrigen Chabo. Im Vergleich zu den gescheckten Mittelmeerrassen, die als schwarze Küken mit einer hellen Unterseite schlüpfen, sind die Küken der Goishi weiß und haben einen schwarzen Punkt ihrer späteren Farbe auf dem Kopf. Sie wechseln dann langsam in ein schwarzes Gefieder mit weißen Tupfen an den Federenden.

Der häufigste Farbenschlag neben rot-gelb-, blaugetupften und dreibunten sind die von den Japanern als Goishi bezeichneten Chabo,  schwarz mit weißen Tupfen.

Die in Japan herausgezüchteten Goishi wurden vornehmlich Ende des 20.Jahrhunderts und in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in Europa eingeführt. Leider verloren sie aber durch Einkreuzungen sehr schnell ihre Hennenfiedrigkeit. Ab den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gelangten nach immer besseren Kontakten zu japanischen Züchtern wieder Goishis zu uns.

Um die wundervolle Zeichnung der Goishi zu erhalten ist es wichtig, dass die Federn der Kopfplatte vornehmlich weiß sind und in den Handschwingen weiße Federn gestattet werden.  Die meisten reinblütigen Maruha behalten auch mehrjährig ihre wundervolle gleichmäßige Tupfenzeichnung. Grundsätzlich lässt sich die Zeichnung der Maruha genetisch nicht genau fixieren. Es ist nicht entscheidend ob ein Tier einen großen oder kleinen Tupfen hat. Wichtig ist ein klarer Tupfen, dagegen sind schilfige Federn verpönt. Jedes Tier bei den Goishis ist farblich ein Unikat.

Goishi sind etwas kleiner als ihre normalfiedrigen Artgenossen. Sie wachsen langsamer und die Hennen brüten in der Regel sehr hartnäckig nach 6 bis 8 gelegten Eiern. Die Kämme der Hähne sind durch den hohen Anteil der weiblichen Gene, die die Hennenfiedrigkeit bewirken, im Vergleich zu anderen Chaborassen wesentlich kleiner. Auch sind die Sporen der meisten Hähne stark zurückgebildet.

Glücklicherweise hat sich im Chabo-Club eine kleine Gruppe von Züchtern gefunden, die mithilft, diese wundervolle Rasse durch intensive Zucht zu erhalten.

Goishi aus der Gruppe der Maruha-Chabo wurden 2004 durch Karl Winzer in glatter  und gelockter Federstruktur zur Anerkennung gebracht.

Kurt Michel

 

1,1   Züchter: K. Michel

0,1 Züchter: M. Bartl

1,0 gelockt, Züchter :K. Winzer

 0,1 gelockt, Züchter : K. Winzer

Fotos: K. Schlüter

 

Folge 8

Chabo gold-porzellanfarbig

Die gold-porzellanfarbigen Chabo hatten bis vor wenigen Jahren keine große Verbreitung und waren auf den Ausstellungen nur in geringer Zahl vertreten. Es gab zwar immer wieder einzelne Tiere, die überzeugen konnten, aber insgesamt blieb vor allem die Zeichnung der Nachzucht sehr uneinheitlich. Viele Züchter haben immer wieder versucht, Stabilität in Farbe und Form zu bringen. Es ist allerdings nur sehr unvollkommen gelungen. Viele, die sich an dem Farbenschlag versuchten, haben bald wieder aufgegeben, weil die Nachzucht zu sehr differierte und kaum Ausstellungstiere darunter waren.

Das hat sich in den vergangenen Jahren entscheidend geändert. Die Gold-porzellanfarbigen erleben derzeit, was die Anzahl der Züchter und der ausgestellten Tiere betrifft, einen konstanten Zuwachs. Dieser Aufwärtstrend kam nicht zufällig zustande, sondern er lässt sich gewissermaßen an einem Datum festmachen, dem Züchtertreffen 1997 in Seligenstadt.

Damals hat man sich darauf festgelegt, als Zuchtziel die Farbe der gold-porzellanfarbigen Federfüßigen Zwerghühner vorzunehmen, nachdem man zuvor immer wieder diskutierte, ob man den Farbenschlag nicht einfach dreifarbig oder dreibunt nennen und das Farbbild nicht so exakt definieren sollte. Nachdem man sich auf die Gold-porzellanfarbe festgelegt hatte, einigte man sich auf die Einkreuzung von gold-porzellanfarbigen Federfüßigen Zwerghühnern und  Ruhlaer Zwerg-Kaulhühnern. Dieses Vorhaben wurde anschließend  von mehreren Züchtern mit Elan in Angriff genommen und dauert bis heute an. Dieser Weg war anfangs zwar beschwerlich und führte immer wieder zu Rückschlägen, denn die  Einkreuzungen führten selbstverständlich dazu, dass die Form und auch die Beinfarbe gelitten haben. In den letzten Jahren sehen wir aber nun vermehrt Tiere, die farblich dem Ideal schon sehr nahe kommen und auch die typische Chaboform zeigen. Ein großer Erfolg liegt darin, dass in der Nachzucht inzwischen prozentual sehr viel mehr ausstellungsfähige Tiere fallen als das früher der Fall war. Wer mithelfen will, diesen Weg erfolgreich weiter zu gehen und typisch feine gold-porzellanfarbige Chabo zu züchten, die die Farbe und den Typ konsequent vererben, dem können wir eine spannende Zucht und viel Freude beim Betrachten dieser bunten Tiere im Auslauf versprechen.

Bernhard Hoch

 

1,0 Züchter u. Foto B. Hoch

 

0,1 Züchter u. Foto B. Hoch

 

0,1 Züchter u. Foto A. Bauer

1,0 gelockt, Züchter u. Foto U. Ahlers

0,1 gelockt, Züchter u. Foto U. Ahlers


 Folge 7

Chabo gold-weizenfarbig

Unter den in Deutschland anerkannten 23 Farb- und Zeichnungsvarianten haben die „GOLD-WEIZENFARBIGEN“ in den letzten Jahren einen stetig wachsenden Liebhaberkreis gefunden. Einzigartig ist dieser Farbenschlag, der genetisch der Wildfarbe zuzuordnen ist, durch ihre scheinbar gegensätzliche Gefieder- und Zeichnungsfarbe beim Hahn und der Henne. Die Weizenfarbe ist nur beim weiblichen Tier geschlechtsgebunden, der Hahn dagegen variiert vom dunkelrot bis zum goldfarbigen Mantelgefieder, das Schwanz-, Brust-, Bauch- und Schenkelgefieder sollte möglichst schwarz sein. Eine Schaftstrichzeichnung im Hals- und Sattelbehang ist verpönt. Die gleichmäßige Mantelfarbe der Henne sollte sich deutlich heller von der Halsgefiederfarbe abheben. Anzustreben ist ein helles Untergefieder - speziell bei den Hennen in den Federvarianten „gelockt“ und „seidenfiedrig“ kommt die Weizenfarbe dann erst voll zur Geltung. Die Küken haben ein rahmweißes Flaumkleid, bereits nach drei Wochen lassen sich die Geschlechter gut erkennen, die Hähnchen entwickeln sich dann bereits in ihrem schwarzbunten Gefieder.

Vollendete „Gold-weizenfarbige“ konnte ich 2001 auch bei Züchtern in Thailand bestaunen, dort werden sie unter der Bezeichnung „thai color“ ausgestellt. Mich hat dieser Farbenschlag erstmals vor 40 Jahren bei Kurt Michel in Garbsen fasziniert, auf grünem Rasen gaben seine „Original – Japaner“ einen beeindruckendes Bild ab. Künftige Liebhaber und Züchter werden an diesen vitalen Spezies viel Freude haben, sie legen ein 30 Gramm schweres Ei und pflegen auch ihren angeborenen Bruttrieb. 

Karl Schlüter

 

1,0 gold-weizenfarbig, Züchter u. Foto K. Schlüter

 1,0 gold-weizenfarbig, Züchter u. Foto U. Ahrens

0,1 gold-weizenfarbig, Foto K. Schlüter

 Küken gold-weizenfarbig, Züchter u. Foto: Karl Schlüter

1,0 gold-weizenfarbig gelockt , Züchter u. Foto K. Schlüter

0,1 gold-weizenfarbig gelockt, Züchter u. Foto K. Schlüter

 1,0 gold-weizenfarbig seidenfiedrich, Züchter U. Ahrens, Foto K. Schlüter

0,1 gold-weizenfarbig, Züchter U. Ahrens, Foto K. Schlüter

1,4 gold-weizenfarbig, Züchter u. Foto: K. Schlüter

 

4,0 gold-weizenfarbig, Züchter u. Foto K. Schlüter


Folge 6

Chabo weiß mit schwarzem Schwanz

Dieser Farbenschlag ist der Klassiker des Chabo-Huhns. Die Farbe weiß m. schw. Schwanz ist eine verdrängte Kolumbiazeichnung und beim Hahn und Henne gleich. Das Halsgefieder soll sich nur rein weiß zeigen. Zuweilen fallen in der Zucht auch Tiere mit geringer Halszeichnung, also mit leichten schwarzen Farbeinlagerungen an. Bei der Bewertung wird diese Farbabweichung jedoch nicht toleriert. Das Schwarz erscheint auch in den Schwingen, das bei normal getragenen und geschlossen Flügel fast nicht zu sehen ist. Die schwarze Farbe erscheint also richtig sichtbar nur im Schwanz.. Wenn die zwei Schwertfedern beim Hahn -wie die Hauptsicheln genannt werden - und die Nebensicheln einen schmalen weißen Saum aufweisen, dann wird dies als besonders edel angesehen. Bei der Zusammenstellung der Zuchttiere wird sehr auf die intensive schwarze Farbe geachtet, denn bei einer sich selbst überlassenen Paarung neigt die Farbe zur Aufhellung. Die Zucht bleibt allein schon deshalb ein ganzes Leben spannend. In diesem Farbenschlag gibt es meist ganz typische Vertreter in Form und Größe (700g), was zudem den besonderen Reiz ausmacht. Weißes Gefieder kann das ganze Jahr schön sein, wenn eine Überbelegung im Stall und im Auslauf vermieden wird. Die Aussteller werden vor der Schau die Tiere waschen. Dazu ist nicht viel Übung notwendig. Zu beachten ist nur, dass es mindestens drei Tage vor der Bewertung sein sollte.

Die Hennen sind noch ganz sichere Naturbrüter. Für die kleineren Zuchten erübrigt sich dadurch ein Brutapparat. Die zutraulichen Tiere besonders im Familienverbund zu beobachten, wenn sie im Garten nach Insekten jagen, ist eine Faszination. Schlicht und einfach,  sie fügen sich gut in den Garten ein, zieren meinen Rasen und ergänzen die Blumenpracht meiner Frau. Wetten bei Ihnen wird es nicht anders sein.   

Werner Witzl  

 

Kopfstudie
Züchter: Werner Witzl, Foto: M. Bartl

 

1,0 Züchter: ZG. A. u. G. Meyer, Foto K. Schlüter

 

0,1 Züchter: Werner Witzl, Foto: K. Schlüter

 

1,3 gelockt Züchter: ZG. A. u. G. Meyer, Foto: K. Schlüter

 

1,0 gelockt  Züchter: Josef Lampe, Foto: K. Schlüter                                                                                     


 

Folge 5

Chabo schwarz-gold

 

Die Schwarz-Goldenen sind ein alter Farbenschlag, der bislang noch keine große Verbreitung gefunden hat. Dies völlig zu unrecht, weil es ein sehr schöner Farbenschlag ist. Wie bei anderen gezeichneten Farbenschlägen auch ist nur mit guter Vorbereitung das Zeichnungsziel zu erreichen. Die spannende Auseinandersetzung mit den Eigenheiten und den auftretenden farblichen Streuungen hält offensichtlich viele Züchter davon ab, dieses sehr attraktive Hühnchen über einen längeren Zeitraum ernsthaft zu züchten. Zugegeben - es gehören etwas Geduld und Ausdauer dazu. Eigentlich sind es nur ein paar gesäumte Federn im Vorderhalsbereich, die über viele Jahre immer wieder für Diskussionen sorgten. Unstrittig ist, dass wir gegenwärtig den besten Zeichnungstand erreicht haben, den es je gab. Überlässt man unbeeinflusst den Farbenschlag in der Vermehrung, dann wird die Brustzeichnung immer heller, man kann auch sagen die Tiere werden immer bunter. Umgekehrt ist es so, dass Tiere mit ganz schwarzer Brustfarbe verpaart mit der Zeit zu dunkel werden. Der Fokus ist also auf eine gezielte Auswahl der Tiere zu richten. D. h. immer wieder sind Tiere mit überzeichneter Brust einzusetzen. Die Mischung aus schwach und stärker gezeichnet Tieren geben den Erfolg. Dazu stellt sich dann die jeweils eigene Erfahrung ein. Mit dieser Kenntnis ist eine Einstammzucht möglich, denn die wunderbaren Tiere, die bei Ausstellungen gezeigt werden, bestätigen dies sehr nachhaltig. Aus meiner nun 30 jährigen Erfahrung gebe ich die Empfehlung lieber nur einen Farbenschlag - und den sehr intensiv - als 2 oder 3 verschiedene zu züchten. Wenn den Tieren noch ein grüner Auslauf geboten kann, dann kann man sich täglich an den schönen Anblick erfreuen.      

Konrad Müller

 

       

 

1,0  Züchter: Tobias Lütkehellweg

 

 0,1  Züchter: Konrad Müller

 

 

0,1 seidenfiedrich  Züchter: Konrad Müller

Fotos: Karl Schlüter

  

Folge 4

 
Chabo gesperbert

Nie in der ersten Reihe, aber immer da. So lässt sich die Beliebtheit gesperberter Chabo simpel beschreiben. Gegeben hat es sie eigentlich immer, was auch durch Fotos reichlich belegt ist. Besonders im Osten des Landes, dies wurde nach der Wende sehr deutlich, gab und gibt es eine hohe Affinität zu diesem Farbenschlag.

Sperberung  kommt bei viele Hühnerrassen vor und ist weniger eine Farbanlage als ein streifenweise auftretender Farbverdünnungsfaktor, der geschlechtsgebunden vererbt wird. Bei reinerbigen Hähnen ist er doppelt angelegt, bei der Henne nur einfach. Aus diesem Grund wirken männliche Tiere immer heller.

Bei den uns bekannten gesperberten Chabo ist die Farbverteilung auf der Basis von  Schwarz angelegt. Sperberung wird aber auch bei Chabo in gelber, roter oder blauer Grundfarbe beschrieben oder aber auch auf Basis der Wildfarbe als kennfarbig.

Die züchterische Herausforderung bei gesperberten Chabo sind durchgängig gezeichnete Steuerferdern und Hauptsicheln beim Hahn, gleichzeitig aber eine klare Sperberung bei der Henne. Dies gelingt bei Rassen mit kürzeren Ferdern leichter, da zeichnungsfreie Felder, beim Hahn störendes weiß, besser abgedeckt werden.

Eine enge Streifung, wie z.B.  bei den Plymouth Rocks, ist bei Chabo nicht zu erreichen. Chabo befiedern schneller und so sind die aufgehellten Federfelder nicht scharf abgegrenzt und leicht bogig im Verlauf. Dazu ist die Sperberung, besonders bei der Henne viel gröber. Der Attraktivität tut dies keinen Abbruch. Die Gesperberten wirken im Farbbild auf den Betrachter ruhiger als die scharfe Streifung.

Schon am ersten Lebenstag lässt sich oft das Geschlecht bei gesperberten Küken zuordnen. Wenn die Eltern reinerbig sind, ist das Hähnchen in der Regel deutlich heller. Charakteristisch ist der helle „Sperberfleck“ auf dem Kopf der Küken. So lassen sie sich leicht von anderen Farben unterscheiden (die  Fotos belegen das anschaulich).

In den letzten Jahren haben die Ausstellungen gezeigt, dass der Liebhaberkreis dieser Farbe recht stabil geworden ist. Auf jeder Sonderschau sind Gesperberte vertreten. Die Hennen eignen sich auch besonders im zweiten und dritten Jahr für den Ausstellungskäfig, da die Sperberung im Alter  aufhellt. Aus gleichem Grund wird man nur selten einen Hahn sehen, der als Alttier im Schwanz noch durchgängig gezeichnet ist. Falls doch, so sind diese Hähne seltene Perlen von hohem züchterischen Wert.

Udo Ahrens

 

 

 

1,0 gesperbert

 

 1,0 gesperbert

 

 0,1 gesperbert

 

 0,1 gesperbert

 

 Küken gesperbert

 

1,1 Küken gesperbert

 1,0 gesperbert gelockt

 

0,1 gesperbert gelockt

 

 1,0 gesperbert seidenfiedrich

 Züchter Udo Ahrens, Fotos Udo Ahrens, Karl Schlüter

  

Folge 3

Chabo schwarz

Schwarze Chabo auf grünem Rasen sind eine Augenweide - besonders dann, wenn die Sonne den Gefiederglanz optisch noch etwas begünstigt. Bei den Einfarbigen ist man geneigt, die Zucht als einfach zu bezeichnen. So ist es aber nicht, denn es gibt verschiedene Ausprägungen. Man muss sich Hühnerschwarz am besten als einen Anstrich vorstellen, der anderes zudeckt als man es gewöhnt ist. Sehr schön sieht ein leuchtend käfergrüner Glanz auf dem schwarzen Gefieder aus. Dies ist bei Hennen einfacher zu erzielen als bei den Hähnen. Letztere neigen bei schönem Grünglanz oft zu rötlichen oder silbernen Einlagerungen im Halsbehang. Da reicht das Schwarz nicht, um die darunter liegende Farbe abzudecken. Der besondere Reiz in der Zucht liegt darin, den gewünschten Kontrast bestehend aus dem gelben Schnabel, den gelben Beinen, lackschwarzem Gefieder und rotem Kopf zu erreichen. Weil dies nicht ganz so einfach ist, wird auch eine gelbe Sohlenfarbe als ausreichend angesehen. Um auf Dauer rotgesichtige Schwarze zu erzielen, ist es notwendig, immer wieder die in der Nachzucht anfallenden dunkelgesichtigen (weißhäutige) als Ausgleich einzusetzen. Deren Küken sind beim Schlupf ganz schwarz, während die normalen Küken des Farbenschlags auf der Oberseite schwarz und an der Brust und Unterseite weißlich bis gelblich sind. Eine solche Kükenschar lässt das Herz hoher schlagen.

Stefan Raindl

10_schwarz__raindl.jpg

1,0 schwarz  / Züchter und Foto Stefan Raindl

kken_schwarz_udo_ahrens.jpg

Küken schwarz  / Züchter u. Foto Udo Ahrens

Die folgenden Fotos: Karl Schlüter

01_schwarz__hv_e__h._renken.jpg

0,1 schwarz  / Züchter Hartmut Renken

10_schwarz_gelockt__florian_schwarz.jpg

1,0 schwarz gelockt  / Züchter Florian Schwarz

01_schwarz_gelockt_h.-h._huhs.jpg

0,1 schwarz  / Züchter H.-H. Huhs

10_schwarz_seidenfiedrich__udo_a..jpg

1,0 schwarz  seidenfiedrich / Züchter Udo Ahrens

01_schwarz_seidenfiedrich_udo_a..jpg

0,1 schwarz seidenfiedrich  /  Züchter Udo Ahrens


Folge 2

Chabo blau

Haben Chabo für sich schon eine hohe Anziehung, die bei der Auswahl eines Farbenschlags mit der Farbe „Blau“ noch eine Steigerung erfährt. Die Blauen sind auch wirklich schön anzusehen, weshalb häufig die Wahl dafür ausfällt. Trotzdem bleibt es ein begrenzter Personenkreis, der sich nachhaltig damit beschäftigt. Dies müsste jedoch so nicht sein, wenn man sich verdeutlicht, welche Eigenheiten mit dem Farbenschlag verbunden sind. Das Blau ist kein Taubenblau, sondern i.R. viel dunkler und jede Feder ist mit einem Saum versehen, also keine durchgehende gleichmäßige Farbe. Zudem sind die Hähne dunkler als die Hennen gefärbt. Aber das Blau bei den Hühnern ist etwas Besonderes. Es gibt auch hellere Tiere ohne Säumung bis zu der ganz hellen Tönung dem Perlgrau. Jeder der mit nur blauen Tieren züchtet, muss in der Nachzucht mit der Aufspaltung der Farben rechnen. Es fallen schwarze und auch weißliche Tiere. Nach Mendel sind es 50% blau-gesäumte, 25% schwarze und 25% weißliche Tiere. Die Regel stimmt, jedoch ist es nicht das Ergebnis bei jedem Schlupf. Also der Hühnerhof wird bunter. Für die Weiterzucht wird dann eine gewisse Disziplin notwendig, sonst läuft das Farbenspiel schnell aus dem Runder. Gerade dieses Erfordernis macht die Zucht so spannend und reizvoll. Hartmut Renken

10_blau__h.renken.jpg
1,0

01_blau_h.renken.jpg

0,1

11_blau__h.r..jpg
1,1

10_blau_gelockt_h.r..jpg

1,0 gelockt

blau_3_c.png
Gruppe

blau_2c.png

1,1

Die 2 folgenden Fotos zeigen Aufspaltungen wie oben beschrieben

blau_spalt.jpg

blau_1_a.png

Züchter Hartmut Renken, Fotos Hartmut Renken,  Karl Schlüter und Udo Ahrens


Folge 1

Okina Chabo

Es ist die aus der Sicht ihrer Entstehung  jüngste Varietät. Nach verlässlichen Informationen aus Japan durch Herrn Koyama sind die Okina um 1923 durch eine Kreuzung mit Ryukyu Chabo entstanden. Der Name bedeutet übrigens „alter Mann mit weißem Bart“. Sehr nahe liegend wäre der Namensbezug zur japanischen Insel Okinawa. Ist es aber nicht, sondern wie bei anderen Rassen und Farbenschlägen in Japan üblich wird ein Bezug zu etwas Schönem oder Geschätztem hergestellt. So zum Beispiel die Gelben mit weißen Tupfen – sakura Goishi – sakura heißt die Kirschblüte. Die Okina sind die im Körperbau kleinsten in der echten Chabofamilie. Dabei keineswegs schwächlich, sondern zu den anderen Varianten vergleichbar vital. Der Bart soll die Kehllappen verdecken, was natürlich nur bei einer kleinen Ausprägung möglich ist. Zwangsläufig kann dann der Kamm auch nicht groß sein. Ursprünglich war die Verbreitung auf die südliche Hauptinsel Japans begrenzt. Dort anfangs mit mehreren Farbenschlägen vertreten. Heute kann man die Okina auf allen Inseln antreffen, allerdings nur in geringer Stückzahl und auch nur noch in der Farbe weiß. Dies passt dann auch zu der Namensgebung. Bei uns haben diese Chabo eine gute Aufnahme gefunden und sind jetzt in der Qualität mit den besten Tieren zu den Tieren im Ursprungland vergleichbar. Obwohl der heutige Bestand aus nur wenigen Eiern aufgebaut wurde, ist nichts von der Vitalität und Zuchtfreudigkeit verloren gegangen. Dies erleichtert die Möglichkeit zur Selektion und einer zügigen Qualitätsverbesserung. Wie bei allen Bart tragenden Hühnerrassen ist auf den Pflegebedarf zu verweisen. Nicht sonderlich stark, weil es auch nur ein kleiner Bart ist, aber dieser ist auch nur dann schön, wenn darauf geachtet wird. Häufig wird die Brust etwas hoch getragen, was den echten Chabotyp sehr abträglich ist. Es gibt aber zwischenzeitlich ganz tolle Vertreter, die wie eben die anderen Chabo auch, einfach begeistern.

okina_1_a.jpg
1,0

okina_2_a.jpg
1,0
Züchter: Andreas Stüber

okina_3_a.jpg
0,1
Züchter: ZG Lütkehellweg

Fotos: Karl Schlüter