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Die Sicht des Monats - April 2017

uaDer Frühling ist da

Die vielleicht schönste Zeit im Jahr.  Der Winter verabschiedet sich auf leisen Sohlen, der Garten wird wieder lebendig und das Licht verändert sich und erleuchtet die merklich länger werdenden  Tage.

Inzwischen dürften einige Küken geschlüpft sein. Die Züchter erheben die ersten Erkenntnisse aus den vorangegangenen Überlegungen, während ein ebenso wichtiger Kreis von Liebhabern sich am Familienverbund der kleinen Hühnerschar freut. In den meisten Regionen des Landes wurde die Stallpflicht aufgehoben. Unsere Hühner dürfen wieder ins Freie; dorthin, wo sie sich am wohlsten fühlen. Dies zu Beobachten, ist ein höchst interessanter Vorgang. Während einige sich mit kleinen Flugeinlage vor Freude übermütig in die Freiheit stürzen, schauen andere vorsichtig aus der Stallluke, fast skeptisch wirkend, ob der Spuk denn nun tatsächlich vorüber ist.

Auch wenn es mir schwer fällt, auf die Spaßbremse zu treten – der Spuk ist nicht vorüber. Weiterhin ist die Stallpflicht nicht durchgängig aufgehoben und ebenfalls wird von neue Fällen berichtet. Im Raum Hanau wurde ein toter Bussard positiv auf H5N8 getestet, im Oldenburger Münsterland springt das Virus munter innerhalb der Putenmastanlagen in Garrel hin und her.
 
Und genau hier passierte etwas, was wir im bisherigen Verlauf nicht kannten. Erstmals berichtet das Friedrich-Löffler-Institut der niedersächsischen Landesregierung, dass nicht etwa der Wind die Keime von Wasservögeln, die auf der nahegelegenen Tülsfelder Talsperre rasten,  in die Ställe bläst. Nein, sie bescheinigen der industriellen Tierhaltung vor Ort „teilweise gravierende Verstöße gegen die Biosicherheitsmaßnahmen“.
 
Dass dies in den hiesigen Tiermästern und zuständigen Behörden nicht sonderlich ankam, lässt sich denken, schließlich ist keiner gern Schuld und diese bei einem Vogel so viel besser aufgehoben, der ja nicht in Regress zu nehmen ist.  Dieser Vorgang aber, ist nur am Rande interessant. Politik und Industrie werden sich noch ein paar Wochen zanken, bis der nächste Ausbruch bestätigt wird oder die warmen Temperaturen dies möglicherweise auch verhindern. Viel wichtiger ist, dass Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer vor Wochen im öffentlichen Raum Zweifel an der „Wildvolgeltheorie“ äußerte und zu den nicht greifenden Hygienemaßnahmen der Geflügelmäster über die Presse verlauten ließ: „Daher sind hier verschärfte Maßnahmen anzusetzen, und nicht bei der Stallpflicht von Freiland- und Hobbygeflügelhaltern“. Auch das ist neu. Wir, die Geflügelhalter finden Erwähnung. Damit ist noch nichts erreicht, aber zumindest kommt ein neuer Klang in die Diskussion.
 
Was jetzt nicht wieder passieren darf ist, dass wir uns beim Abklingen der Seuchenlage zurücklehnen und hoffen, dass es damit vorbei ist. Das wird nicht geschehen. Das Virus ist hier inzwischen heimisch. Es wird also darum gehen, einen vernünftigen Umgang damit zu erlernen. Keinen nachlässigen, aber einen mit Augenmaß und Vernunft. Jetzt haben wir einen Fuß in der Tür und müssen die nächsten Schritte gehen. 
 
Udo Ahrens

 

 

 

 

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